30 Jahre Zeitschrift „supervision“

Ein Anlass zum Innehalten.

 

Als wir vor gut fünf Jahren das 25-jährige Bestehen dieser Zeitschrift mit einer sogenannten Jubiläumsausgabe (Heft 2.2007) feierten, schauten wir stolz zurück und optimistisch in die Zukunft. Heute, fünf Jahre später, befinden wir uns im dreißigsten Jahr des Bestehens unserer Zeitschrift, blicken allerdings auf gänzlich gewandelte Verhältnisse, was dieselbe betrifft. Damals, 2007, waren wir noch beim Beltz-Verlag: 2011 stand für uns die Entscheidung an, ob wir, Herausgeber und Redaktion, die Sache selbst in die eigene Verantwortung übernehmen. Wir haben den Schritt hinaus gewagt und uns vom Verlag getrennt. Seitdem geben wir die Zeitschrift im Eigenverlag heraus – und die Gestaltung der einzelnen Hefte haben wir einem kompetenten Designer und Grafiker anvertraut.

 

Das hat sich allemal gelohnt. Denn mit Elan, Kreativität und Intelligenz sind die Beteiligten, Redakteurinnen und ­Redakteure, die Herausgeber und nicht zuletzt der künstlerisch-technische Gestalter, eben alle, die mit der Herstellung und Versendung der Zeitschrift beschäftigt sind, zu Werke gegangen, um – unsere Hauptintention – Leserinnen und Lesern mit Beginn des Jahres 2012 eine deutlich verbesserte Zeitschrift in die Hände geben zu können. Entgegen der vorausgegangenen, der mit dem blauen Cover, präsentiert sie sich nun in ihrer Gesamtgestaltung in einer wohltuend neuen Aufmachung.

 

Konzeptionell haben wir in der Vergangenheit versucht, Feedback-Prozesse zwischen Theorie und Praxis in Gang zu setzen, die den Supervisorinnen die Möglichkeit boten, die theoretisch-konzeptionellen Grundlagen ihres Handelns als Teil ihrer professionellen Kompetenz zu entwickeln und der aus der Praxis entstandenen und sich auch dort etablierten Supervision theoretische Perspektiven zu eröffnen.

 

Die Redaktion dieser Zeitschrift befindet sich oft in der Spannung, einen Ausgleich zwischen den auf praktische Lösungen ausgerichteten Wünschen aus der Leserschaft und den wissenschaftlichen und professionellen Ansprüchen zustande zu bringen. Damit sind wir bei Ihnen, den Lesern dieser Zeitschrift angekommen, die in der Regel das Beratungsgeschäft durchführen. Natürlich besteht für uns die Notwendigkeit, die Korrespondenz zwischen Ihnen und der Redaktion zu analysieren und zu erkennen. Wir können aufgrund von Befragungen und Rückmeldungen an die Redaktion annehmen, dass das Abonnement dieser Fachzeitschrift der Sicherung des eigenen professionellen Status ebenso dient wie der fachlichen Rezeption.

 

In einem Feedback von draußen haben wir aus einer Untersuchung von Kolleginnen aus Salzburg zur Kenntnis nehmen können, „dass unsere Zeitschrift in der Vergangenheit eine wichtige Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs und die Weiterentwicklung von Supervision als eigenständigem Beratungsansatz“ war und mit dem Wunsch verbunden ist, „diese generative Funktion in der Zukunft auch beizubehalten.“

 

Ja, das ist viel, worauf wir auch stolz sind. Und wenn bei allem noch hinzukommt, dass unsere Texte, die sich nach wie vor der Förderung unserer supervisorischen Professionalität verpflichtet fühlen, bei der Lektüre sowohl geistig als auch sinnlich auf unsere Leserinnen und Leser befruchtend anregend wirken, als aktuell oder bedeutsam empfunden werden, also deren Leseinteressen hervorrufen, dann können wir auf dieses nun 30 Jahre alt gewordene Produkt, dessen erstes Heft als DIN-A5-Format im Mai des Jahres 1982 erschien, zu Recht stolz sein. Bleibt noch die anredende Rede mit der Hoffnung unsererseits, dass Leserinnen und Leser uns weiterhin die Treue halten.

 

Die Herausgeber
Winfried Münch und Wolfgang Weigand

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