Ausgabe 2.2014
Kooperationen

Aus dem Editorial: „Anlass für das Thema dieses Heftes ist die Tatsache, dass in komplexen Organisationen immer häufiger unterschiedliche supervisorische und supervisionsähnliche Beratungsansätze parallel praktiziert werden. Dieser – bisher wenig beschriebene – wachsende Einzug von Supervision in manchen Organisationen (z. B. Krankenhäusern) hat zur Folge, dass Supervisor/-innen ­einander direkt und indirekt in den Feldern der beauftragenden Organisationen begegnen.“

Autoren und Themen sind unter anderem:

  • Harald Payer: Erfolgsfaktor K. Formen und Merkmale von Kooperation
  • Robert Erlinghagen, Edeltrud Freitag-Becker: Kooperationen in komplexen Organisationen. Verdeutlicht am Beispiel Krankenhaus
  • Andrea Sanz: Kooperation unter Supervisor/-innen. Markante Ergebnisse aus sechs Interviews
  • Angela Gotthardt-Lorenz: Die kooperative Gestalt und Gestaltung von Organisationssupervision
  • Birgit Riel-Brandstetter: Ein etwas anderer Weg der Supervisorinnennachfolge in einer Organisation – Aus der Sicht der Nachfolgerin

Editorial


2.2014 Kooperationen
Liebe Leserin, lieber Leser!

Anlass für das Thema dieses Heftes ist die Tatsache, dass in komplexen Organisationen immer häufiger unterschiedliche supervisorische und supervisionsähnliche Beratungsansätze parallel praktiziert werden. Dieser – bisher wenig beschriebene – wachsende Einzug von Supervision in manchen Organisationen (z. B. Krankenhäusern) hat zur Folge, dass Supervisor/-innen ­einander direkt und indirekt in den Feldern der beauftragenden Organisationen begegnen.

Tragen wir dem Fakt Rechnung, dass Kooperationsbeziehungen in Organisationen in der Regel Gegenstand unserer Aufträge sind, und beziehen wir unsere Erfahrung ein, dass diese häufig konflikthaft sind, stellt sich gleichermaßen die Frage, ob es nicht auch in unserer Verantwortung liegt, analog kooperative Arbeitsbeziehungen im Dienste der Entwicklung der Gesamtorganisation einzugehen, uns neu zu organisieren und Kooperationsprojekte beim Auftraggeber anzuregen bzw. zu gestalten. Solche und ähnliche Fragen tauchen in der Fachliteratur bisher nur am Rande auf, wenn im Kontext anderer Themen die Kooperation und Vernetzung von Supervisor/-innen und Berater/-innen anderer Disziplinen als notwendig und sinnvoll bezeichnet werden.

Zur Thematik „Kooperationen unter Supervisior/-innen“ bietet dieses Heft drei „Cluster“ mit unterschiedlichen Zugängen, abgerundet mit einem Blick auf das Kooperationsmodell ­„Orchester“ (Markierungen von Ingrid Walther [S. 60] ).

In einem ersten Cluster setzen sich drei Autoren/-innen mit grundlegenden Überlegungen zum Thema Kooperation und Organisation auseinander. Harald Payer (S. 4) räumt Kooperation in seinem Beitrag erfolgsfaktor k – formen und merkmale von kooperation den Stellenwert einer Schlüsselkompetenz der Zukunft ein. Edeltrud Freitag-Becker und Robert Erlinghagen (S. 11) verdeutlichen Kooperationen in komplexen Organisationen am Beispiel Krankenhaus.

Cluster zwei nimmt die Erfahrungen, die mit Kooperation in einer organisationssupervisorischen Perspektive einhergehen, empirisch und theoretisch in den Fokus. Andrea Sanz (S. 20) veröffentlicht in diesem Heft eigene Forschungen zum Phänomen der Kooperation unter Supervisor/-innen. Über die Ergebnisse der in Wien und Hamburg geführten Interviews werden im Detail die Herausforderungen an die Profession sichtbar. Angela Gotthardt-Lorenz (S. 30) systematisiert in ihrem Beitrag zur kooperativen Gestalt und Gestaltung von Organisationssupervision diese professionellen Anforderungen und stellt hierfür eine konzeptionelle Rahmung zur Verfügung.
Cluster drei nimmt aktuelle Fragestellungen der Supervision auf, bei denen Kooperationen in besonderer Weise indiziert sind. Aufgezeigt wird zunächst in dem Beitrag Ausrichtung der Supervision am Thema Gesundheit – Neue Anforderungen an Kooperation von Maija Becker-Kontio und Marie-Luise Schwennbeck (S. 37), wie die Ausrichtung der beratenden Tätigkeit von Supervisor/-innen an der aktuellen Thematik „Gesundheit am Arbeitsplatz“ an vielen Stellen die Verzahnung mit anderen Arbeitsansätzen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Weiterhin werden in Cluster drei konkrete Projekte zur Kooperation von Supervisor/-innen näher in Augenschein genommen: Den ersten Beitrag dazu liefert Stefanie Widmann (S. 45). Sie behandelt die direkte kollegiale Kooperation in der Supervision unter dem Titel Zu zweit mit dem Team – Von der Kooperation in der Co-Supervision. Birgit Riel-Brandstetter (S. 48) zeigt anhand eines Projektes, in dem sie als nachfolgende Supervisorin involviert ist, wie der Supervisorenwechsel kooperativ gestaltet werden kann. Die Entwicklungsgeschichte der Kooperation zwischen zwei genuin fremden Organisationen, dem Wiener Krankenanstaltenverbund und dem Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), zu organisationellen Supervisionsangeboten wird von Ingrid Krafft-Ebing und Verena Krassnitzer (S. 51) beschrieben. Wolfgang Knopf und Sijtze de Roos (S. 56) zeigen, wie in der Vorstandsarbeit der Association of National Organization for Supervision in Europe (ANSE) Kooperationen auf dem diskursiven Weg gestaltet werden.

Wir hoffen, Sie mit den unterschiedlichen Beiträgen zu inspirieren, und würden uns freuen, wenn durch dieses Heft weitere Auseinandersetzungen zur Frage der Kooperationen unter Supervisor/-innen angeregt werden.

Angela Gotthardt-Lorenz und Andrea Sanz

Inhaltsverzeichnis


Editorial

Harald Payer
Erfolgsfaktor K
Formen und Merkmale von Kooperation

Robert Erlinghagen, Edeltrud Freitag-Becker
Kooperationen in komplexen Organisationen
Verdeutlicht am Beispiel Krankenhaus

Andrea Sanz
Kooperation unter Supervisor/-innen
Markante Ergebnisse aus sechs Interviews

Angela Gotthardt-Lorenz
Die kooperative Gestalt und Gestaltung von Organisationssupervision

Maija Becker-Kontio, Marie-Luise Schwennbeck
Ausrichtung der Supervision am Thema ­Gesundheit
Neue Anforderungen an Kooperation

Stefanie Widmann
Zu zweit mit dem Team
Von der Kooperation in der Co-Supervision

Birgit Riel-Brandstetter
Ein etwas anderer Weg der Supervisorinnennachfolge in einer Organisation – Aus der Sicht der Nachfolgerin

Ingrid Krafft-Ebing, Verena Krassnitzer
Kooperation zwischen zwei genuin fremden Organisationen.
Wiener Krankenanstaltenverbund und ÖAGG – Ein Entwicklungsbericht

Wolfgang Knopf, Sijtze de Roos
Kooperation innerhalb der europäischen Supervisionsszene.
ANSE – diskursiv unterwegs

Markierungen
Ingrid Walther
Harmonische Teams!? Zusammenarbeit im Streichquartett und im Orchester

Erlebte Literatur
Mandana Kerschbaumer
Muriel Barbery, Die Eleganz des Igels

Impressum

supervision 2.2014
Kooperationen

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