Ausgabe 1.2011
Verstehen

Aus dem Editorial: „1982 erschien das erste Heft dieser Zeitschrift mit dem Thema: „Verstehen in der Supervision“. Zur Erinnerung: Es gab damals Beiträge von Franz Wellendorf, Dieter Eicke (†), Angelika Lehmenkühler-Leuschner, Gerhard Wittenberger, Gerhard Leuschner. Alle versuchten, aus unterschiedlicher Perspektive den Begriff und den Prozess des Verstehens zu verstehen und zu begreifen. Liest man diese Aufsätze heute, dann haben sie nichts an Aktualität verloren – wie auch: Verstehen ist heute so schwierig wie damals; damals wie heute ist der Prozess des Verstehens in der Gefahr, einerseits simplifiziert und andererseits verabsolutiert zu werden. Verstehen ist neben Empathie und Beziehung einer der zentralen Begriffe in der Beratung. Nach fast 30 Jahren ein zweites Heft zum selben Thema zu machen ist deshalb fast überfällig.“

Editorial

1982 erschien das erste Heft dieser Zeitschrift mit dem Thema: „Verstehen in der Supervision“. Zur Erinnerung: Es gab damals Beiträge von Franz Wellendorf, Dieter Eicke (†), Angelika Lehmenkühler-Leuschner, Gerhard Wittenberger, Gerhard Leuschner. Alle versuchten, aus unterschiedlicher Perspektive den Begriff und den Prozess des Verstehens zu verstehen und zu begreifen. Liest man diese Aufsätze heute, dann haben sie nichts an Aktualität verloren – wie auch: Verstehen ist heute so schwierig wie damals; damals wie heute ist der Prozess des Verstehens in der Gefahr, einerseits simplifiziert und andererseits verabsolutiert zu werden. Verstehen ist neben Empathie und Beziehung einer der zentralen Begriffe in der Beratung. Nach fast 30 Jahren ein zweites Heft zum selben Thema zu machen ist deshalb fast überfällig. Anlass dazu gibt der 75. Geburtstag eines Kollegen, der seit 25 Jahren dieser Zeitschrift als Redakteur angehört und inzwischen ihr Mitherausgeber ist. Winfried Münch stellt den Begriff „Verstehen“ theoretisch wie praktisch in das Zentrum seiner Arbeit. Ihm ist dieses Heft mit freundschaftlichem und kollegialem Dank von TOPS München- Berlin sowie der Redaktion und dem Herausgeber dieser Zeitschrift gewidmet.

Karl-Heinz Geißler bittet trotz des Titels seines Beitrags nicht um Nichtverstehen, zeigt aber, dass dieses Nichtverstehen für die Beraterintervention in Anspruch zu nehmen ist und eine systemnotwendige und deshalb unverzichtbare Konfrontation darstellt. Cornelia Edding hat sich der Empathie zugewandt und beschäftigt sich mit ihr aus ungewohnter Perspektive. Sie untersucht Empathiekonzepte, -theorien und empirische Arbeiten unter der Fragestellung: Wie entsteht unsereVorstellung davon, was ein anderer Mensch denkt und fühlt?

Szenisches Verstehen in der Gruppe, eine inzwischen gängige Beschreibung für die Beratungsarbeit in Gruppen, wird von JuttaMenschik-Bendele anhand eindrucksvoller Praxisszenen illustriert. Dilthey, Argelander und Lorenzer liefern dazu den theoretischen Unterbau.

Die Beratungsarbeit findet gegenwärtig überwiegend im Kontext von Organisationen statt. Dem Verstehen von Organisationen istWolfgang Weigand nachgegangen und hat den Zwischenraum zwischen dem Verstehensversuch und dem Nichtverstehen institutionellerWirklichkeit sondiert.

Die Rezension von Karl Schattenhofer beschäftigt sich mit einem Buch, das ein konzeptionelles Gebäude errichtet, um die verschiedenen Stränge der Gruppenforschung geordnet unterzubringen. Ronny Jahn aktualisiert das Problem des Fremd- und Selbstverstehens an der Auseinandersetzung von Cohen mit dem Sozialismus, in dem Jahn aufgewachsen ist und nun Orientierung sucht. Die Markierungen ironisieren in feuilletonistischer Art mit dem „Verstanden“ als Versicherung eines Verstehens, das nicht verstanden hat.

 

Cornelia Edding und Wolfgang Weigand


Inhaltsverzeichnis

Verstehen

Karlheinz Geißler
„Versteh mich bitte nicht so schnell!“
Verstehen, Nichtverstehen und Intervenieren

Cornelia Edding
Auch die Einfühlung will verstanden sein.
Empathie verstehen

Jutta Menschik-Bendele
Am Spiel teilhaben. Szenisches Verstehen in der Gruppe

WolfgangWeigand
Organisation verstehen

Winfried Münch
Verstehen

 

Freier Beitrag

Susanne Graf-Deserno
Emotionales Ausdrucksgeschehen im Unterrichtsablauf –
pädagogische Kasuistik und Professionalisierung von Lehrkräften

 

Rubriken

  • Editorial
  • Winfried Münch zum 75. Geburtstag
  • Eine Auswahl aus den Veröffentlichungen von Winfried Münch
  • Literatur zumThema
  • Markierungen
  • Erlebte Literatur
  • Rezension
  • Autor/innen
  • Vorschau/Impressum

 

Verantwortlich für dieses Heft:
Cornelia Edding und WolfgangWeigand

supervision 1.2011:
Verstehen

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